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Seit 2004 realisieren wir unter dem Label von der rolle gemeinsam
mit geistig-behinderten Künstlern Theater- und Filmprojekte.
Diese Zusammenarbeit hat bisher den 30minütigen Kurzfilm ‚wackelkontakt’
(2004/2005) und die Theatershow ‚Kongress der
Planetenvereinigung’ 2005/2006) hervorgebracht. Beiden Projekten
wurde großer Erfolg zu Teil.
In unserer Arbeit stellen wir die Kreativität und das Können der
geistig-behinderten Künstler in den Mittelpunkt. Wie auch in vorangegangen
Projekten fließen ihre Ideen maßgeblich in die Story-
Gestaltung mit ein. Sie verkörpern Charaktere, die wir gemeinsam
mit ihnen entwickeln.
Wir denken, dass die Einteilung in behindert und nicht-behindert
in zwischenmenschlichen wie in künstlerischen Bereichen absurd
ist. Daher thematisieren wir Behinderung in unseren Geschichten
nicht. In der Arbeit mit den Darstellern interessiert uns ihr
großes künstlerisches Potential, nicht ihr Handicap. Wenn das
Stigma Behinderung in den Hintergrund rückt, rückt der einzelne
Mensch in den Vordergrund. Und mit ihm machen wir Filme. Nicht
mit seinem Handicap.
Wir haben 2004 mit dieser Zusammenarbeit begonnen, weil uns die
Sichtweise unserer geistig-behinderten Kollegen oft an uns selbst
erinnert; oder an das, was unserer Meinung nach wirklich wichtig
ist im Leben. Das, was übrig bleibt, wenn man Karriere, Trends
und alle möglichen anderen gesellschaftlichen Zwänge mal für
einen kurzen Moment außen vor lässt. Das, was sich mit
Menschlichkeit umschreiben lässt.
Für die Grundsätze zwischenmenschlicher Beziehungen braucht man
keinen IQ von 120. Um in den Augen eines Menschen Trauer, Freude,
Wut oder Angst zu erkennen, muss man ihn nur ansehen; um jemandem
beizustehen oder zu vertrauen, muss man nur dem eigenen
Gefühl folgen. Damit sind noch keine Probleme aus dem Weg
geräumt, auch ist damit keine Garantie auf ein glückliches Leben
zu erwerben; aber es ist diese grundsätzliche Menschlichkeit, die
unsere Kollegen uns und den Zuschauern in ihrer Arbeit demonstrieren.
Die angeblich ‚Schwachen’, die ‚Beschränkten’, stellen
sich hier als die Starken heraus – das ist die Botschaft unseres
Films.
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